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Kunsthaus

Jeanne Mammen Skizzenblatt Selbstbildnis, Aquarell, um 1926 Jeanne Mammen-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Mathias Schormann

JEANNE MAMMEN. Alles zu ihrer Zeit

vom 15. Februar 2020 bis 03. Mai 2020

Schillernde Bühnenstars, das illustre Nachtleben, aber auch die Menschen am Rande der Gesellschaft in den legendären 1920er-Jahren in Berlin werden
von ihr festgehalten. Als scharfsinnige Beobachterin begegnet Jeanne Mammen (1890–1976) der Welt, die sie umgibt. Dabei wird in ihren virtuosen Zeichnungen und Gemälden besonders das Subtile sichtbar; Nähe und Entfremdung, Sehnsucht und harter Alltag werden nuancenreich gezeigt. Nach 1933 verließen viele Freund*innen das Land, Jeanne Mammen blieb in Berlin und ging in eine innere Emigration.
Dass auch Hamburg für Mammen ein besonderer Ort war, spiegelt sich in den zahlreichen Darstellungen der Stadt und ihres Hafens. In der Ausstellung im Kunsthaus wird diesem Themenkomplex eine Etage gewidmet. Motivisch und stilistisch ist Mammens Bandbreite groß, sie entwickelt ihre Darstellungsarten konsequent weiter. Nach 1945 wird ihr Werk abstrakt.
Die umfassende Ausstellung zeigt Arbeiten aus über 60 Jahren.

Ewald Mataré, Liegendes Kälbchen, um 1927, Ziegelstein, Foto: Museum Kurhaus Kleve

Entfernte Verwandte. Tierskulpturen von Stella Hamberg, Ewald Mataré und Hans Martin Ruwoldt

vom 15. Mai 2020 bis 30. August 2020

Das Verhältnis von Mensch und Tier ist ambivalent. Die gemeinsame Geschichte verbindet, doch erweist sich die Koexistenz oft nur mehr als einseitig von Bedarf und Bedürfnis geprägt. Die Ausstellung präsentiert mit drei verschiedenen Positionen die skulpturale Darstellung des Tieres im 20. und 21. Jahrhundert. Für Ewald Matarés (1887–1965) Werk stellen Tiere und Natur zentrale, nie versiegende Inspirationsquellen dar. Der Wunsch, das Ursprüngliche zu erkennen und wiederzugeben, führt auch bei Hans Martin Ruwoldt (1891–1969) zu einer klaren, ausdrucksstarken Formensprache. Stella Hamberg, geboren 1975, sucht in ihren Tierskulpturen nach dem Gemeinsamen von Tier und Mensch. Bronzene Oberflächen spiegeln die bewegte Unruhe körperlicher Selbstauskunft.

Hans Thuar: Blühende Obstbäume (Endenich), Öl auf Leinwand, 1911, Privatbesitz, Foto: Margot Schmidt

Hans Thuar und August Macke. Ziemlich beste Freunde

vom 19. September 2020 bis 10. Januar 2021

Eine besondere Freundschaft verband August Macke und Hans Thuar. Nach einem tragischen Unfall, bei dem Thuar beide Beine verlor, gab Macke dem 12-Jährigen den Lebensmut zurück. Die Schulkameraden waren beide von Kunst begeistert, und durch Macke inspiriert, wurde auch Thuar Künstler. In Briefen und Begegnungen zeigt sich ihre enge Verbundenheit, einige ihrer Werke entstanden in der Bonner Umgebung gemeinsam vor demselben Motiv. Eine ausdrucksstarke, leuchtend farbige Malweise kennzeichnet ihre moderne Bildsprache. Nach Mackes frühem Tod als Soldat im Ersten Weltkrieg fiel Thuar in eine Depression. Als er 1920 wieder zum Pinsel griff, entwickelte er großartige, hochexpressive Arbeiten – die Höhepunkte seines Schaffens. Die Verbindung zur Familie Macke wurde durch die Hochzeit seiner Tochter Gisela mit Mackes Sohn Wolfgang später weiter gefestigt. Die Ausstellung wirft einen Blick auf eine schicksalhafte Beziehung und die daraus entstandene Kunst.

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