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Schwedenspeicher

Einsatz auf St. Pauli. Mit der Davidwache auf Kiez-Streife

Lesung und Gespräch mit Eva Decker, Kuratorin der Ausstellung
FR 14.01.22 | 19 Uhr

St. Pauli ist bekanntlich ein heißes Pflaster, auf dem sich die Halbwelt begegnet. Hier steht die Polizei vor ganz besonderen Herausforderungen. Gerade deshalb ist einer der bekanntesten Orte auf dem Kiez die Davidwache. Eva Decker liest im Museum Schwedenspeicher aus den unveröffentlichten Memoiren Schorsch Russeks, in den 1960er-Jahren Polizeibeamter in der Davidwache. Seine Feder führt also in die 'goldene' Zeit des Milieus. Beim Blättern finden Begegnungen mit dem 'Paten' von St. Pauli statt. Fotos vom Filmset des 1964 unter der Regie von Jürgen Roland entstandenen semi-dokumentarischen Streifens „Polizeirevier Davidswache“ laden zum Abgleich zwischen Fiktion und Wirklichkeit ein. Wie haben uns die klischeehaften St. Pauli-Tradititonsbilder, die bis heute in TV-Reportagen wie "St. Pauli zwischen Rotlicht und Blaulicht" oder "Blaulichtalarm auf der Partymeile" nachwirken, geprägt?

Aber die Klischees über den berüchtigten Stadtteil sind älter: Schon in den 1920er Jahren galt der Kiez als „heißes Pflaster“ und war Projektionsfläche von Sensationsgier. Diese wurde bedient von dem 1937 publizierten „Tatsachenbericht nach den Aufzeichnungen des Kriminaloberinspektors i.R, W. Ramming“, der das St. Pauli der 1920er-Jahre als Ort verwinkelter Kellergänge und Opiumhöhlen Chinatowns beschreibt.

Lesung und Vortrag laden das Publikum zu einer Zeitreise durch das historische St. Pauli ein und eröffnen Fragen nach der Wechselwirkung zwischen Ressentiment und Realität. Teilnehmer*innen erwartet eine True-Crime-Lektüre aus den (vermeintlich) „guten alten“ Kiez-Tagen. 

Eintritt auf Spendenbasis, um Anmeldung unter buchung[at]museen-stade[dot]de oder 04141 79 773 50 wird gebeten.

INFO

Schwedenspeicher
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