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Schwedenspeicher

DER REST VOM FEST...
NICHT DAS ENDE VOM LIED
Das Sankt Pauli Museum in Stade

13. November 2021 bis 13. März 2022

Prächtige Bühnenkleider eines Travestie-Stars, prominentes Schuhwerk von Hans Albers, geschichtsträchtiges Holz aus dem Star-Club und von Hein Köllisch, Nippes aus dem Wohnzimmer der einst prominentesten Sexarbeiterin Deutschlands. In bester Schausteller*innen-Tradition hat sich das ehemalige Sankt Pauli Museum auf Achse begeben und gastiert ab November 2021 im Schwedenspeicher in Stade. Im Oktober 2020 löste sich der private Trägerverein auf und das Museum verließ seinen letzten Standort auf dem Kiez.

Die weltweit größte St. Pauli-Sammlung wanderte zurück in den Landkreis Stade – zu ihrem aktuellen Eigentümer, dem Fotografen Günter Zint. Die Zukunft des Fundus bleibt ungewiss – aber sie findet statt! Diese Gewissheit lässt sich im Rückblick auf knapp drei Jahrzehnte Museumsgeschichte gewinnen: Zint und seine Mitstreiter*innen haben gekämpft – erst um einen Platz, dann um den Erhalt eines Ortes, an dem St. Paulis Reichtum an Kultur(en) und Geschichte(n) gesammelt, bewahrt, erforscht und weitergegeben werden kann. Harte Überzeugungsarbeit wurde geleistet. In den Gründungstagen des Museums 1991 war die Stadt Hamburg weit davon entfernt, St. Pauli und seine Milieus mit Kultur in Verbindung zu bringen. Erst Mitte der 2010er-Jahre wird sie sich für das ideelle Erbe des vielfältigen St. Pauli ernsthaft interessieren. Ein Resultat dieser Kulturpolitik: Das Museum musste aus Kostengründen siebenmal den Standort wechseln. Es eröffnete einst am Spielbudenplatz, war zehn Jahre lang Nachbar der Davidwache und erlebte ein kurzes Intermezzo am Nobistor, bevor es endgültig die Pforten schloss. Als öffentlich zugängliches Archiv, als Pop- Up-Galerie oder durch seine Kooperationen blieb es auch in den vielen Phasen des Übergangs eine feste Größe im Stadtteil. Es wurde zum Fixpunkt und zur Anlaufstelle für alle, die ihre Geschichte hinterlassen wollten, sich aber in den ‚großen Museen‘ und staatlichen Archiven nicht zu Hause fühlten. Dinge wurden geschenkt, zurückgelassen, gerettet und erstritten. Entstanden ist ein Fundus einzigartiger, skurriler – und manchmal erstaunlich banaler – Schätze, die von verlorenen und noch zu entdeckenden St. Pauli-Welten erzählen.

In Stade werden Highlights aus der Sammlung des ,sündigen Stadtteils‘ gezeigt, kombiniert zu einer Ausstellung, die so abwechslungsreich ist wie das Angebot am Hamburger Fischmarkt. Einzigartige Fotos werfen ein Schlaglicht auf die Schatten der Leuchtreklamen und zeigen St. Pauli im gleißenden Sonnenlicht – bevor die nächste Party anbricht.

Begleitprogramm zur Ausstellung

 

INFO

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