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Kunsthaus

RUDI KARGUS. ICH IST EIN ANDERER

25. Juni bis 11. September 2022

Der Maler Rudi Kargus (*1952) ist im gegenwärtigen Kunstschaffen eine bislang viel zu wenig beachtete Person. Auf großen Leinwänden treffen bei ihm abstrakte Landschaften und figurative Bildelemente aufeinander. In farbstarken Kompositionen schildert er das Verhältnis von Individuum und Außenwelt, versinnbildlicht das Sein in der Welt.

Das bildnerische Arbeiten bei Kargus ist geprägt von großer Konzentration auf den gestaltenden Prozess: mit Pinsel und Ölfarbe entstehen fließende Formen, kräftige Linien, monochrome Flächen. In teilweise weit ausholenden Bewegungen entwickelt er Figuren auf der Leinwand. Für seine Gemälde wählt Kargus zumeist große Formate, den Betrachtenden begegnen die Darstellungen dadurch quasi auf Augenhöhe. Gleichzeitig wird Distanz gewahrt – denn nur mit Abstand ist das Ganze zu erkennen.

 

Die großen Leinwände und die breiten Pinsel, mit denen Kargus Ölfarben aufträgt, fordern ihn zu körperlichem Arbeiten heraus. Hierin ist durchaus ein Bezug zu seiner beruflichen Vergangenheit zu erkennen, denn sein Lebenslauf beeindruckt mit einem großen Bruch: In seinem „ersten Leben“, wie er es nennt, war Kargus als Torwart im Profi-Fußball erfolgreich. Seit mittlerweile fast 20 Jahren widmet er sich der Malerei, sie ist ihm zur neuen Berufung und zum Beruf geworden.

Kargus‘ Werk ist inhaltlich stark autobiografisch geprägt. Er adaptiert für die Leinwand Elemente aus eigenen Kinderzeichnungen und privaten Fotografien oder zitiert Details aus Zeitungsabbildungen. Einzelne Bildfragmente werden anschließend zu Collagen zusammengefügt. Kargus überträgt die Bildkompositionen mit Ölfarben auf die Leinwand und baut sie dort malerisch aus.

Die vorangegangene Karriere als Profi-Sportler findet auf vielfältige Weise Einzug in seine Bilder. So heißt beispielsweise die jüngste Gemälde-Serie „Zerberus“ – benannt nach dem wilden, dreiköpfigen Hund, der in der griechischen Mythologie den Eingang zur Unterwelt bewacht. Als Zerberus wurde auch Kargus selbst bereits von der Presse bezeichnet, in seiner früheren Rolle als Hüter des Fußballtors.

Mehr als 50 faszinierende Arbeiten aus den letzten zehn Jahren werden in der Ausstellung im Kunsthaus Stade gezeigt. Kargus‘ unterschiedliche Berufswege und sein „anderes Ich“ werden damit erstmals in einem Museum vorgestellt.

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