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Kunsthaus

Biografie

Nach ihrer Entscheidung für die Künstlerinnen-Laufbahn ist Jacoba van Heemskerck zunächst im Umfeld der Maler Jan Toorop und Piet Mondrian tätig. Sie stellt in Amsterdam, Domburg, Brüssel und Paris mit überwiegend männlichen Kollegen aus. Luminismus und Kubismus kennzeichnen ihre frühen Werke. Von 1913 bis 1923 gehört sie zur avantgardistischen Bewegung desSturm in Berlin und ist dort nach Oskar Kokoschka die meist gezeigte künstlerische Position. Nach ihrem frühen Tod im Alter von 47 Jahren gerät van Heemskerck nahezu in Vergessenheit. Vor allem die Verbindung zu theosophisch-spirituellen Themen wurde bei der späteren Rezeption von Künstlerinnen oft nachteilig ausgelegt, während sie für Künstler, wie zum Beispiel Mondrian, wenig störend oder gar förderlich war.

1876 Jacoba van Heemskerck wird am 1. April in Den Haag als jüngstes von sechs Geschwistern geboren. Ihr Vater Jacob Eduard van Heemskerck ist Marineoffizier und ein anerkannter Maler von Seestücken.
1897–1901 Kunststudium an der Koninklijke Academie van Beeldende Kunsten in Den Haag.
1901–04 Unterricht bei Ferdinand Hart Nibbrig in den grafischen Künsten. In den folgenden Jahren hält sie sich wiederholt in der Kunstmetropole Paris auf, um Studienkurse moderner Malerei zu besuchen.
1905 Umzug nach Den Haag, in die Nähe ihrer Freundin Marie Tak van Poortvliet, die ihre Lebensgefährtin wird. Fortan beteiligt sich van Heemskerck regelmäßig an Ausstellungen der Künstlervereinigung St. Lucas im Stedelijk Museum in Amsterdam.
1906 Van Heemskerck und Tak van Poortvliet verbringen nun jährlich die Sommer in Domburg am Meer, einem Ort, an dem ein reger Austausch zwischen jungen Künstler*innen entsteht.
1910 Mitgliedschaft in der Theosophischen Gesellschaft.
1911 Ausstellungen im Moderne Kunstkring in Amsterdam, auf der Domburger Sommerausstellung und im Salon des Indépendants in Paris.
1913 Beim Ersten Deutschen Herbstsalon von Herwarth Walden in Berlin, eine der wichtigsten Avantgarde-Ausstellungen der Vorkriegsjahre, zeigt sie vier Gemälde. Es ist der Beginn ihrer Freundschaft mit Herwarth und Nell Walden, Begründer der Sturm-Bewegung.
1914 Van Heemskerck hat ihre erste Einzelausstellung beim Sturm und fertigt Holzschnittentwürfe für dessen Zeitschrift an. Sie überträgt die exklusiven Ausstellungs- und Vertriebsrechte an Walden. Aus der niederländischen Kunstszene zieht sie sich zurück. Während dem Ersten Weltkrieg lebt sie in den militärisch neutral auftretenden Niederlanden in Sicherheit.
1915 Mitgliedschaft in der Anthroposophischen Gesellschaft. Auf Einladung von Rudolf Steiner hält van Heemskerck in Den Haag einen Vortrag über moderne Kunst.
1916 Begegnung mit dem Medizinstudenten Willem Zeylmans van Emmichoven, mit dem sie sich intensiv über Steiners Anthroposophie austauscht. Zusammen unternehmen sie empirische Experimente zur emotionalen Wirkung von Farben. Sie gibt Unterricht an der Sturm-Kunstschule in Berlin und später in ihrem Atelier in Den Haag.
1919 Zahlreiche Glasfensterentwürfe entstehen, eine Idee, die sie seit 1914 beschäftigt.
1920 Wie viele andere Künstler*innen distanziert sich van Heemskerck zunehmend vom Sturm. Sie organsiert selbstständig Ausstellungen, auch wieder in den Niederlanden, wo ihre Glaskunst große Anerkennung findet.
1921 Für die Marinekaserne in Amsterdam erhält sie einen Großauftrag zur Gestaltung von Glaskunstfenstern. Auch plant sie Ausstellungen in den USA sowie in Amsterdam, Brüssel und Paris.
1923 Am 3. August stirbt Jacoba van Heemskerck mit nur 47 Jahren in Domburg. Zu ihren Ehren organisiert Herwarth Walden eine reisende Gedächtnisausstellung. Als posthume Würdigung veröffentlicht er zudem das Sturm-Bilderbuch VII (1924).

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