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Expressionistische Holz- und Linolschnitte aus dem Museum August Macke Haus im Dialog mit Benjamin Badock, Christiane Baumgartner, Thomas Fornfeist, Gabriela Jolowicz, Christoph Ruckhäberle, Gert & Uwe Tobias, Barthélémy Toguo, Georg Winter

3. Oktober 2019 bis 26. Januar 2020

„Nirgends lernt man einen Künstler besser kennen als in seiner Graphik“, resümierte Ernst Ludwig Kirchner. Auch oder gerade heute faszinieren die alte Technik und ihre unmittelbare Wirkung. Das langsame Arbeiten mit dem Druckstock und die Endgültigkeit der Formen scheinen im Widerspruch zu unserer schnelllebigen Zeit zu stehen.  In der Ausstellung im Kunsthaus Stade treten expressionistische Holz- und Linolschnitte mit Positionen der Gegenwart in einen direkten und spannungsvollen Dialog. Beide Generationen verbindet die Faszination für die unmittelbare, haptische Wirkung des Hochdruckverfahrens sowie das Experimentieren mit neuen Bearbeitungsmethoden und Ausdrucksmöglichkeiten in einer alten Technik.

Die Expressionisten verbanden ihre radikal vereinfachte Bildsprache mit einem unvoreingenommenen Blick auf Altes und Neues. Der von Ihnen wiederentdeckte Holzschnitt erwies sich als besonders geeignet für den Ausdruck von „Unverfälschtheit“ und „Unmittelbarkeit“. Die Bearbeitung des harten Materials forderte Emotionen geradezu heraus.

Zu sehen sind eindrucksvolle Holzschnitte unter anderem von August Macke, Erich Heckel, Jacoba van Heemskerck, Ernst Ludwig Kirchner, Fifi Kreutzer, Franz Marc, Ewald Mataré und Maria Uhden bis hin zu Evarist Adam Weber.

Die zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler reflektieren die Möglichkeiten des Mediums und seine Wirkung, erproben neue Mittel der Bearbeitung des Druckstocks, wählen neue Druckträger. Ob nun Fornfeist große Paneele aus Einzelblättern zusammenfügt, Ruckhäberle eine in Linoleum geschnittene ornamentale Tapete entwirft, oder Jolowicz hintersinnig Beobachtungen aus dem Alltag in Szene setzt, die Anknüpfung an die Vorreiter der Moderne ist spürbar. Und doch hat sich der Umgang mit dem Medium radikal verändert. Nicht nur hinsichtlich des Formats hat der Holzschnitt neue Dimensionen erreicht wie etwa bei Baumgartner, den Brüdern Tobias und Badock. Oftmals erhalten die Druckstöcke eine zusätzliche skulpturale Funktion wie etwa bei Toguo und Winter. In vielerlei Hinsicht wirken die zeitgenössischen Arbeiten in den Raum hinein und erheben einen installativen Anspruch.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Leipziger Lubok Verlag, der die technischen Besonderheiten und das dialogische Konzept in Layout und Herstellung, in Optik und Haptik widerspiegelt.

Kuratorinnen: Dr. Ina Ewers-Schultz und Dr. Birgit Kulmer

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