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Freilichtmuseum

Geschichte des Museums

Das ehemalige Gelände der „Bürgerbleiche-Wiesen“, auf denen die Bürger ihr Leinen bleichen konnten, wurde 1692 bis 1694 einhergehend mit dem Ausbau der schwedischen Festungsanlagen und durch Enteignungen der restlichen privaten Bleiche zum „Bleicher-Ravelin“, als weiterem Außenwerk der Befestigung  umgestaltet.

Mit der schwindenden Bedeutung der Festung im frühen 19. Jahrhundert entdeckte man den Freizeitwert der Insel. So richtete man 1825 auf einer Seite der Insel eine Militärbadeanstalt ein. Auf der zunächst nur über einen Fährkahn zu erreichenden Insel wurde 1846 die erste Ausschankerlaubnis erteilt. Großer Beliebtheit erfreute sich ein zeitgleich angelegter Garten mit seinen Obst-, Laub- und Nadelbäumen. Im Zuge der Entfestigung ersetzte man 1881 den Fährkahn durch eine kleine Brücke zur Wiesenstraße sowie eine Schwimmbrücke zur Inselstraße. Die Militärbadeanstalt wurde nun zur Erleninsel verlegt, das Gelände freigestellt.

Die Idee, ein Freilichtmuseum auf der Stader Insel einzurichten, war erstmals bei dem Bau des Heimatmuseums 1903/04 geäußert worden. Sie wurde allerdings erst 1908/09 durch den neuen Bürgermeister und Vorsitzenden des Stader Geschichts- und Heimatvereins, Ado Jürgens, weiter verfolgt und ist vor dem Hintergrund der am Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden Heimatbewegung zu sehen. Bei der Planung und Einrichtung der neuen Inselanlage zog man Professor Emil Högg, 1904 Direktor des Bremer Gewerbemuseum, später Inhaber des Lehrstuhls für Raumkunst an der Technischen Hochschule in Dresden, und Christian Roselius, den führenden Gartenarchitekten seiner Zeit, hinzu.
Die Neugestaltung der Insel begann im März 1912 mit dem Aufbau des Geestbauernhauses von 1841 aus Varel bei Scheeßel, das 1912 als Gastwirtschaft aufgebaut und nach einem Brand im Mai 1913 wiedererrichtet wurde. Ebenfalls 1913 erwarb der Verein ein Altländer Haus aus Huttfleth von 1733, welches 1914 mit der gesamten Inneneinrichtung auf die Insel verbracht und eingeweiht wurde.
Im Laufe der Jahrzehnte kamen eine Bockwindmühle und ein Göpelwerk aus dem 17. Jahrhundert dazu. Zusammen mit diesen Bauwerken bilden eine Altländer Prunkpforte von 1791, ein Steinbackofen, ein Wagenschauer und diverse bäuerliche Geräte das Museumsensemble. Die Bauten stammten überwiegend aus der Umgebung von Stade und wurden entweder demontiert und auf der Insel wieder aufgestellt, oder auf Basis lokaler Vorbilder neu errichtet.

Ende 1992 fiel das Restaurantgebäude einem erneuten Großbrand zum Opfer. An seiner Stelle wurde 1993/94 ein Geestbauernhaus von 1641 aus Himmelpforten nachgebaut, das ebenfalls als Restaurant genutzt wird.

Im März 2015 wurde das Inselrestaurant nach grundlegender Renovierung unter neuer Leitung wieder eröffnet. Genießen Sie hier eine wunderbare regionale Küche und hausgemachte Kuchen in den wunderbaren neu gestalteten Räumen oder auf einer der großen Außenterrassen. Das Restaurant ist ganzjährig geöffnet, täglich von 11-23 Uhr.

INFO

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