Ein Künstlerpaar der Moderne. Emil Maetzel & Dorothea Maetzel-Johannsen


18. Februar bis 5. Juni 2017

Dorothea Maetzel-Johannsen, Überredung, 1919 © Sammlung Tobeler, Foto: Michael Hensel
Emil Maetzel, Afrikanisches Stillleben mit Benin-Tierplastik und Flasche, 1922 © Sammlung Tobeler, Foto: Michael Hensel

Emil Maetzel (1877 – 1955) und Dorothea Maetzel-Johannsen (1886 – 1930) sind zentrale Vertreter der künstlerischen Avantgarde in Hamburg. Die Stadt erlebte 1919 mit Gründung der Hamburgischen Sezession eine zweite, wichtige Phase des Expressionismus, an der das Malerpaar Maetzel einen entscheidenden Anteil hatte.

Emil Maetzel war gelernter Architekt und als Maler Autodidakt. Dorothea Maetzel-Johannsen hatte zwar eine Zeichenschule besucht, verfügte als Künstlerin aber ebenso wenig über eine professionelle Ausbildung. Berlin, wo Emil Maetzel während des 1. Weltkriegs stationiert war, bot ihnen wichtige Anregungen; sie besuchten Abendkurse im Aktzeichnen und Ausstellungen der Berliner Sezession. Ein entscheidendes Erlebnis für beide wurde die Entdeckung afrikanischer Kunst, die sie selbst sammelten und deren Figuren sie in ihre Bilder integrierten.

In die Jahre von 1919 bis 1923 fallen auch die ersten Hamburger Künstlerfeste, die ein Feuerwerk rasanter Revuen von Tänzern, Sängern, Schauspielern abbrannten und als Ventil eines freizügigen Miteinanders fungierten. Hier trafen sich bei den Feierlichkeiten Bürgertum und künstlerische Bohème. Die immer wieder exotischen Ausstattungen und Kostüme unterlagen der Phantasie der Künstler, unter denen Emil Maetzel ein zentraler Motor war.

Künstlerisch lebten sich die Maetzels in den 1920er Jahren auseinander. Mit Reisen nach Paris und Gotland unterstrich Dorothea ihre zunehmende Eigenständigkeit, bevor sie 1930 im Alter von nur 44 Jahren an Herzschwäche starb. Emil überlebte sie um 25 Jahre. 1933 wurde er von den Nationalsozialisten aus dem Staatsdient als Architekt entlassen und erlebte in seinem Haus in Volksdorf, am Rande Hamburgs, einsame Jahre, die er zu Maltouren in Norddeutschland zu nutzen wusste. Nach 1945 setzte bei ihm eine neue produktive Phase ein, in der ein umfangreiches Werk entstand.

Ausstellung

Emil Maetzel, Nacktes Paar (Adam und Eva), 1920 © Sammlung Tobeler, Foto: Michael Hensel


Die Ausstellung im Kunsthaus Stade ermöglicht mit über 150 Gemälden, Plastiken, graphischen Arbeiten und historischen Fotoaufnahmen einen Einblick in ein bedeutsames Kapitel des Hamburger Expressionismus. Sie basiert auf dem Bestand des Hamburger Sammlers Tim Tobeler, der seit Jahren das Werk von Emil Maetzel und Dorothea Maetzel-Johannsen erforscht. Neben dem Nachlass der Familie Maetzel, die ebenfalls mit Leihgaben in der Ausstellung vertreten ist, verfügt die Sammlung Tobeler heute über den größten Werkkomplex des Künstlerpaars Maetzel.

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog mit Texten von Rüdiger Joppien und Luisa Pauline Fink erschienen, der im Shop des Kunsthauses für EUR 29,80 erhältich ist. 



Bildergalerie

Biographien Dorothea Maetzel-Johannsen & Emil Maetzel

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Kunsthaus

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Öffnungszeiten
Di, Do, und Fr 10–17 Uhr | Mi 10–19 Uhr
Sa und So 10–18 Uhr
Bei Ausstellungswechsel ist das Kunsthaus geschlossen! 

Öffentliche Führungen

Mittwoch 17.30 Uhr: After-Work-Führung
Sonntag 15 Uhr: Ausstellungsrundgang
10 € inkl. Eintritt

Eintrittspreise

Museen Stade Ticket - ein Preis, drei Museen
Tages-Ticket 8 € | Sozialtarif 4 €
3 Tages-Ticket 12 € | Sozialtarif 6 €
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei

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